Berninapass Tirano, Bernina Alpen

Vom Berninapass im Oberengadin nach Poschiavo im Puschlavtal und weiter auf einsamen Schmugglerpfaden nach Tirano

Vom Berninapass im Schweizer Kanton Graubünden verläuft diese konditionell anspruchsvolle Tour entlang der Bikeroute 673 "Bernina Express" vorbei am Albergo Ristorante Belvedere (2189m) nach Poschiavo. Von dort aus geht es auf teilweise schmalen Wegen zur Alpe San Romerio (1800m) und über die Schweizer Landesgrenze hinweg bis ins italienische Tirano. Rückfahrt mit dem Zug entlang der Berninalinie.

Tourenprofil
Tour-ID
#146
Region, Land
Startort
7710 Ospizio Bernina
Streckenlänge
48.8 km (einfach)
Anstieg
1287 m
Abstieg
3056 m
Dauer
5:25 Std.
Beschaffenheit
Asphalt, Schotter, Wald-/Wiesen-/Wanderweg, Singletrail, Tragen/Schieben
Panorama
Kondition
Niveau
Fahrtechnik
Eigenschaften
E-Bike tauglich

Ø-Wertung
(2 Bewertungen)

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Wetterprognose

Mäßiger Schnee
Heute in Ospizio Bernina

Mäßiger Schnee, -12° / 4°C

Anfahrtsbeschreibung

Von Landeck aus fahren wir über die Engadiner Straße am Inn entlang in die Schweiz bis in die Gemeinde Zernez. Von dort folgen wir der Straße weiter bis in das Dorf Samedan im Kreis Oberengadin, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden. In Samedan fahren wir nicht im Tal weiter Richtung St. Moritz sondern biegen Richtung Süden nach Pontresina ab. Nachdem wir die Gleise der Berninlinie erstmals überquert haben, kann man rechts einen kurzen Photostop einlegen um den Morteratschgletscher mit dessen Höhenzug, dem vergletscherten Bellavista, sowie Teile des Piz Palü (3900m) zu bestaunen. Die Fahrt geht weiter, vorbei an den Skigebieten des Diavolezza (2978m) und Piz Lagalb (2959m). Kurz vor dem Berniapass, nahe dem Schild "Ospizio Bernina", gibt es ein paar kostenlose Parkplätze.

Parkmöglichkeiten

Kostenlose Parkmöglichkeit nahe dem Ospizio Bernina (ca. 2305m), Berninapass.

Tourenbeschreibung

Wir starten mit den Mountainbikes an der Berninapasstraße und fahren auf dieser circa zweihundert Meter bergwärts. Bei der Informationstafel des Gletschergartens Cavaglia und der Berninalinie folgen wir der Bikeroute 673 "Bernina Express". Der Einstieg der Tour ist gut zu finden, er ist rechts und links der Kiesstraße mit roten Windsäcken unübersehbar markiert. Vorbei am türkisfarbenen Lago Bianco fahren wir ein paar Meter bis zu einem kleinen Parkplatz, in den wir einbiegen. Die Strecke ist hier sehr gut ausgeschildert und so folgen wir stets der Route 673 am See entlang bis zur Staumauer, die wir nach knapp vier Kilometern passieren. Damit wir unser nächstes Etappenziel - die Alp Grüm - erreichen, halten wir uns immer auf der Bike Route 673. Die kurzen Wanderwegstecher sind nicht immer fahrbar und sollten daher gemieden werden.

Einige hundert Meter später erblicken wir erstmals das Poschiavotal, auch Puschlav genannt. An Lawinenverbauungen der Berninalinie, saftigen Almwiesen und akkrurat aufgeschichteten, uralten Steinmauern sehen wir schon bald das Albergo Ristorante Belvedere (2189m) auf welches wir unmittelbar zufahren. Auch wenn der Ausblick von hier oben auf den Gletscher rund um den Piz Palü (3900m) sowie über das tief unten liegende Tal eine kurze Pause definitiv rechtfertigen würde, so fahren wir doch hinterhalb des Belvedere über die Straße hinab nach Alp Grüm (2103m), das sich an einer Kehre der Berninalinie befindet, die von oben wie eine Spielzeugeisenbahn aussieht. Weiter unten im Tal sieht man auch bereits die Bahnstation Cavaglia - unser nächstes Etappenziel (Route 673). Der Weg wird fortan ein wenig schmäler, kann aber immer noch gut befahren werden. Wir überqueren mehrmals die Bahnlinie und fahren durch verträumte Wälder bevor wir vor den Gebäuden des Ortes Cavaglia stehen.

Die Beschilderung weist uns den Weg weiter in Richtung Poschiavo, wir folgen der Route 673 bis die Bahnlinie geradeaus weiter verläuft, die Teerstraße rechts abbiegt und ein Forstweg parallel zur Bahnline weiterführt. Hier, am Gletschergarten Cavaglia, gibt es zwei Möglichkeiten der Weiterfahrt. Wer hier die Variante parallel zur Bahnlinie wählt, gelangt zweifelsohne auf einen teilweise ausgewaschenen und anspruchsvollen Trail. Wir entscheiden uns daher für die zweite Variante und folgen der Teerstraße rechter Hand zunächst leicht bergauf. Kurz darauf erblicken wir unten im Tal gelegen den Poschiavosee. An alten Steinmauern vorbei fahren wir, bis wir in einer Linkskurve rechts einem schmalen Saumpfad folgen (Braita 1680). Anfangs noch befahrbar, müssen wir den Pfad schließlich für rund zehn Minuten schiebend bewältigen. Oben angekommen folgen wir dem Fahrweg bergab ins Tal. An der nächsten Haarnadelkurve halten wir uns weiterhin bergab, der Weg nach oben entpuppt sich als Sackgasse. Auf den nachfolgenden sieben Kilometern verlieren wir je Kilometer etwa einhundert Höhenmeter und rollen so genüsslich entlang der sich windenden Strecke hinab bis nach Poschiavo.

Mit Poschiavo erreichen wir zugleich den vorerst niedrigsten Punkt der Tour. Bei einer kurzen Pause besichtigen wir den historischen Stadtkern und regenerieren uns, ehe es entlang der gegenüberliegenden Talseite stetig bergauf geht. Das nächste Etappenziel ist San Romerio und so folgen wir der Beschilderung (Route 433) aus dem Ort heraus bis wir nach etwa zwei Kilometern in einer Linkskurve die Straße und die Route 433 rechter Hand verlassen. Über eine Brücke folgen wir dem Forstweg bergauf, der anfangs ein wenig geteert ist. Wir bleiben stets auf den bergauf führenden Wegen und lassen Abfahrten unbeachtet. An einer der kommenden Linkskurven müssen wir ein weiteres Mal bergauf fahren in Richtung Cansume – der ausgeschilderte Weg geradeaus nach San Romerio ist nicht befahrbar und führt in eine Schlucht.

Vorbei an Sommerchalets, alten Steinhäusern und kuppelartigen Steingewölben die als Kühlschrank dienen fahren wir höher. Schließlich kommen wir aus dem Wald und gelangen an eine Hütte, eine Bank und einen Steinhaufen. Dort verläuft der Weg dann etwas abschüssig bevor wir nach der Curva Nicola dem Holzschild "San Romerio" folgen. Im auf und ab folgen wir einem schmalen Saumweg nach links den Hang entlang. Teilweise muss das Bike ein paar Meter geschoben werden, meistens ist der Pfad jedoch gut befahrbar. Nach einer Zeit verlassen wir den schattigen Wald und erblicken den Kirchturm von San Romerio mit unserem Ziel - Tirano - im Hintergrund. Die nahegelegene Alpe San Romerio (1800m) bietet sich für eine ausgiebige Rast bestens an. Bis auf einen kurzen Anstieg später, geht es nur noch bergab.

Nach der Stärkung geht es bergab, bis in einer Linkskurve auf etwa 1570m Höhe (Predasc) die Schilder "32 Trans-Altarezia" und "433 San Romero" zu finden sind. Wir folgen der Route 32 und fahren weiter bergab, immer entlang der geteerten Straße mit wunderschönen Ausblicken ins Tal und auf den Lago di Poschiavo. Weiter geht es bis nach La Dogana. Von dort aus führt ein Feldweg weiter, bis wir plötzlich italienische Wegweiser auffinden. Kein Wunder, haben wir schließlich bereits die Landesgrenze von der Schweiz nach Italien überquert. Wir dürfen hier nicht zu weit fahren, ganz unscheinbar geht es nach dem geteerten Rillenweg an ein paar alten Steinhäusern unmittelbar rechts rein. Durch einen, in der Mitte geöffneten Holzzaun folgen wir dem anfangs noch gut fahrbaren Weg durch das Gestrüpp. Der nach und nach schlechter beschaffene Weg ist mit Steinen am Wegesrand markiert. Wir befinden uns auf einem alten Schmuggler- und Zollpfad. Schon bald kommen wir an der verfallenen Haus (Ex Caserma di Finanza) vorbei und fahren weiter Richtung Baruffini.

Der Weg wird schließlich wieder besser und erlaubt uns beim Fahren den ein oder anderen Ausblick hinunter nach Tirano. Wir bleiben immer auf dem Weg bis wir auf eine kleine Teerstraße kommen, dieser folgen wir weiter nach rechts und fahren zwischen den Häusern auf Kopfsteinpflaster hindurch. Danach geht es auf alten Saumpfaden weiter. Teilweise spürbar steiler kann dies bei Nässe und hohem Graß nicht ganz unproblematisch sein. Im Ort Baruffini fahren wir an einem alten Dorfbrunnen vorbei und auf der einzigen Straße weiter bergab. Linker Hand der Hauptstraße fordert uns ein rotes Schild mit einem Mountainbiker-Symbol und der Nummer B201 zur Abfahrt auf und so rollen wir über Kopfsteinpflaster die letzten Meter bis zum Bahnhof nach Tirano. Unten fahren wir einfach Richtung Hauptstraße und Bahnhof den wir vom bergabfahren schon ausfindig machen konnten. Im hellen Gebäude der Berninabahn (Achtung: das gelbe Gebäude am Bahnhof ist von der italienischen Bahn!) kaufen wir uns das Fahrticket um mit der Berninabahn zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Wichtiger Hinweis: Bitte vorher den Fahrplan online checken (letzter Zug mit Fahrradtransport) und den Ausweis nicht vergessen. In der Regel wird man auf der Rückfahrt von der Schweizer Grenzpolizei nach den Papieren gefragt, selbst wenn man nur mit Bike und Rucksack ausgestattet ist.

Sicherheitshinweise

Diese Tour wurde vom Autor selbst gefahren und nach bestem Wissen und Gewissen aufbereitet, eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren erfolgt stets auf eigene Gefahr. (Haftungsausschluss)

Wir stehen für ein respektvolles Miteinander von Mountainbikern und Wanderern. Aus diesem Grund bitten wir um Rücksichtnahme und Toleranz am Berg.

Autor: Thomas Oswald
Hinweis: Die Nutzung dieser Daten ist ausschließlich für den privaten Gebrauch gestattet und erfolgt stets auf eigene Gefahr. Eine Weitergabe an Dritte oder die Veröffentlichung der Daten ist nicht gestattet.
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2 Kommentare

Richard
Richard aus Bad Tölz
vor 3 Monaten
5
Gestern bin ich die MTB Sepp Tour #146 ab Bernina-Pass bis Poschiavo gefahren. Ich bin vorher die Bike-Route 665 von Zernez über S-Chanf, Zuoz und Samedan herübergekommen und dann auf der Route 673 über Pontresina und Morteratsch auf den Bernina-Pass gefahren und ab da dann wie in der MTB Sepp Tour Nr. 146 weiter. Ab Poschiavo-Tal bin ich dann einfach auf der Staatsstrasse weiter nach Tirano, weil mir der Single Trail ab Cavaglia herunter bald zum Hals heraus hing. Der ist sowas von grob - wirklich kein Genuss. Aber das war ja meine Wahl, denn die Tourenbeschreibung hat ja auf die Alternative der Bergstrasse am Gletschergarten hingewiesen. Die ganze Route 673 ab Pontresina hinauf auf den Bernina ist ein Traum. Die beiden Seen vor dem Lago Bianco einfach ein Paradies. Nur der Single-Trail hinter Morteratsch ist eine Qual - vielleicht nur für mich alten Kerl - weil die hübschen Mädels nach mir sind den groben Trail spielend hinauf getreten ...
Anastasia
Anastasia aus Lorenzenberg
vor 4 Monaten
5
Grandiose Tour! Vielen Dank für die Tourendaten. Wir, 3 Frauen, sind am 29.07.17 die Tour gefahren. Geniale Trails, bis auf den letzten Saumpfad, sehr steil und steinig, für uns alles fahrbar. Sehr abwechslungsreich in traumhafter Landschaft. Die Fahrt mit dem Bernina-Express rundet das ganze noch ab.

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