Vom Wanderparkplatz aus geht es zunächst einmal behutsam auf die gegenüberliegende Seite der Bundesstraße B11. Wir folgen dem dort befindlichen Wegweiser in Richtung Pessenbacher Schneid, Staffelalm und Rabenkopf. Nur wenige Meter hinter dem Wegweiser entdecken wir vor einem Weidegatter ein weiteres Schild, das der Orterer Alm gleicht und auf welchem zu erkennen ist ob und ab wann die Alm geöffnet hat. Wir haben Glück - "Offen ab 10:00 Uhr, selbstgemachte Kuchen und Brotzeiten" steht dort geschrieben. Über den breiten Forstweg geht es vorbei an den Ötzliften, zwei kleineren, etwas in die Jahre gekommenen Skilift-Anlagen und hinein in den schattigen Wald. Die Steigung nimmt unmittelbar ordentlich zu und erreicht auf den darauffolgenden zweihundert Metern bis zu zwanzig Prozent. Danach wird es wieder etwas flacher, wir fahren durch eine Lichtung und unter dem Schlepplift hindurch bis zu einer Weggabelung.
Nachdem die Forststraße rechts nach Kochel am See weiterführt, biegen wir hier links ab und folgen der Beschilderung in Richtung Rabenkopf weiter den Berg hinauf. Eine kurze, steile Rampe bringt uns an eine weitere Verzweigung die leider ohne Beschilderung für kurze Verwirrung sorgt. Hier geht es jedoch rechts weiter. Zunächst etwas abflachend verläuft der gut befahrbare Forstweg im Schatten der Bäume hinauf - ideale Voraussetzungen um die Tour auch an heißen Sommertagen fahren zu können. Nach etwas mehr als einem Kilometer verzweigt die Forststraße erneut, ein Schild weist uns hier aber glücklicherweise den Weg und so fahren wir weiter geradeaus in Richtung Rabenkopf. In einer Kehre nur wenige hundert Meter später halten wir uns rechts auf dem Hauptfahrweg und stellen bald fest, dass sich der dichte Wald langsam ein wenig zu lichten beginnt.
Etwas mehr als einhundert Höhenmeter treten wir noch hinauf und haben ein paar Male die Gelegenheit den Ausblick über das "Blaue Land" bis hinüber zum Starnberger See genießen zu können. Nach über einem Kilometer gelangen wir an einen Weiderost - das schlimmste ist damit definitiv überstanden. Bei leichtem Gefälle fahren wir circa zweihundert Meter nach Süden und erreichen schließlich eine beschilderte Abzweigung im Wald. Oberhalb des gelben Wegweisers zeigt ein handgemaltes Schild nach rechts in Richtung Orterer Alm. Der Untergrund wird zunehmend grober und ist teilweise aufgrund diverser Regenschauer an manchen Stellen etwas ausgewaschen. Da der Endspurt jedoch mit fünfhundert Metern Länge und leichten Anstiegen kaum mehr der Rede wert ist, erkennen wir schon nach wenigen Minuten am Ende des Waldes die Orterer Alm (1085m) am Rande einer großen Lichtung die sich den Hang hinauf in Richtung Schwarzeck (1527m) erstreckt. Die kleine, urige Almhütte aus dem Jahr 1952 ist an sonnigen Wochenendtagen in den Sommermonaten Juni bis Oktober geöffnet und bewirtet Wanderer und Mountainbiker mit hausgemachten Kuchen, einfachen Brotzeiten sowie kühlen Getränken.
Mit dem Mountainbike ist an der Orterer Alm das Ziel erreicht, der Weiterweg über den steilen Girgl-Fischer-Weg hinauf zur Pessenbacher Schneid (1270m) ist zu Fuß bereits ein machbares aber dennoch anstrengendes Unterfangen das mit dem Bike nicht gefahren, höchstens schiebend oder tragend überwunden werden kann. Nimmt man diese Hürde jedoch in Kauf, so könnte man über die Pessenbacher Alm (1220m) auf den Fahrweg gelangen, der von der Jachenau aus zur Staffelalm (1300m). Alternativ kann man auch sein Bike an der Orterer Alm absperren und über das Schwarzeck (1527m) auf den Rabenkopf (1559m) aufsteigen. In jedem Fall aber erfolgt die Rückfahrt zum Ausgangspunkt über den von der Auffahrt bekannten Streckenverlauf.