Hat man - wie wir - eine Parkmöglichkeit zwischen der Straße und dem Radweg an der Isar gefunden, so steigt man lediglich auf sein Bike, fährt in den Radweg ein und folgt diesem in nördlicher Richtung bis zur Brücke über den Schwarzenbach. Nur etwa siebzig Meter weiter überqueren wir die Straße vorsichtig auf die gegenüberliegende Seite und folgen der Beschilderung ins Schwarzenbachtal. Entlang der Teerstraße fahren wir zwischen den Wohnhäusern hindurch eine kleine Anhöhe hinauf und finden uns schon kurz darauf inmitten der unbebauten und weitläufigen Natur am Fuße des Braunecks (1555m) wieder. Knapp drei Kilometer fahren wir meist ebenerdig oder bei nur leichtem Anstieg über die geteerte, schmale Straße hinein ins Schwarzenbachtal, welches mit zunehmendem Kilometerstand immer schmaler zu werden scheint.
Das Panorama und der freie Blick auf die umliegenden Gipfel Beigenstein (1518m), Brauneck (1555m) und die Achselköpfe (1709m) werden im weiteren Verlauf leider gänzlich durch den dichten Wald abgelöst, der uns jedoch bei sommerlichen Temperaturen Schatten spendet und uns die nötige Abkühlung verschafft. In einer Rechtskurve verzweigt der zuvor so geradlinig verlaufene Weg erstmals. Wir halten uns hier weiter rechts und folgen der Beschilderung in Richtung Langenecksattel, Jachenau, Krottenalm, Scharnitzalm und Benediktenwand.
Kurz darauf verwandelt sich der geteerte Untergrund in einen gut ausgebauten Kiesweg, dem wir anschließend parallel zum Lauf des Schwarzenbachs folgen. Die Steigung nimmt nun langsam zu und lässt dabei noch genügend Raum damit wir uns ausgiebig auf weitere Anstiege vorbereiten können. Hinter einer Rechtskehre erreicht die Strecke teilweise um die fünfzehn Prozent und wir gewinnen endlich an Höhe. Vorbei an der privat genutzten Dora-Kiessling-Hütte (910m), die in einer Linkskurve am rechten Wegesrand anzufinden ist, fahren wir weiter bergauf und lassen vereinzelte Abzweigungen unbeachtet. Wir halten uns nachfolgend stets links, treten uns noch einige kleinere Anstiege hoch und fahren schließlich für etwa zweieinhalb Kilometer der Forststraße folgend bis zu einem großen, runden Wendeplatz.
Dort endet schließlich der breite Wirtschaftsweg und die Weiterfahrt bis zur Rautalm (1036m) erfolgt auf einem schmalen, Singletrail ähnlichen Waldpfad. Über den zumeist gekiesten Untergrund lässt es sich optimal fahren und nur kleinere Hindernisse wie Rinnsale oder hervorstehende Wurzeln bzw. Steine erfordern ein gewisses Maß an Konzentration. Insbesondere für Mountainbike-Neulinge eine ideale Passage um sich mit den verschiedenen Bodenbeschaffenheiten vertraut zu machen.
Nachdem wir die ersten rund dreihundert Meter des Pfades und somit schließlich auch den höchsten Punkt der Tour hinter uns gebracht haben, geht es anschließend kontinuierlich bergab. Hierbei ist Vorsicht geboten! Links des Weges fällt das Gelände teilweise steil ab und es gilt daher besonders an Stellen an denen man sich nicht sicher fühlt, einfach abzusteigen und zu schieben. Noch flott zwei kleine Brücken überquert und schon breitet sich eine großzügige Lichtung vor uns aus - das Gebiet rund um die Rautalm (1036m). Die Alm gehört seit 1924 der Knorr-Bremse AG und wird daher nur privat genutzt. Fragt man aber freundlich bei den Hüttengästen nach, darf man sich sicherlich gerne für eine kleine Rast dort aufhalten.
Der Rückweg erfolgt über die von der Herfahrt bekannte Route zurück durch das Schwarzenbachtal nach Langeneck. Für trainierte Mountainbiker bietet sich zudem die Möglichkeit, von der Rautalm in südwestlicher Richtung dem anspruchsvollen Trail durch den Wald hinunter ins Bachbett des Schwarzenbachs zu folgen und anschließend über die Tragepassage hinauf zur Ortereralm (1021m) zu gelangen. Von dort aus führt eine steile Schotterstraße auf den Langeneck-Sattel (1167m) von wo aus man die Weiterfahrt hinauf zu den Scharnitz-Almen unterhalb der Benediktenwand (1801m) in Angriff nehmen oder aber hinab in die Jachenau fahren kann.