Vom Wanderparkplatz in Geitau führt uns die geteerte Straße in südlicher Richtung aus dem beschaulichen Dorf nahe Bayrischzell hinaus und zwischen den umliegenden Feldern hindurch bis zum Segelflugplatz des LSC Schliersee. Bei gutem Wetter kann man hier ein wenig bei den Starts und Landungen der Luftsegler zusehen. Wir passieren ein Holztor und folgen der Straße noch circa dreihundert Meter geradlinig in Richtung Wald. An einer überschaubaren Verzweigung folgen wir der Beschilderung nach rechts in Richtung Taubenstein, Soinsee und Rotwand. Durch den schattigen Wald hindurch, stoßen wir schon bald auf eine weitere, ebenfalls beschilderte Weggabelung an der wir schließlich rechts weiter über eine kleine Brücke hinwegfahren. Zu Beginn nimmt die Steigung nur langsam zu und erweist sich als äußerst praktische Aufwärmphase.
Schon bald darauf biegen wir hinter einer augenscheinlich verlassenen Waldhütte links ab und folgen dem Forstweg bergan. Auf den ersten hundert Metern bis zu einer Abzweigung erreicht die Steigung bereits etwa fünfzehn Prozent im Mittel und dies wird sich auch nach Passieren der Abzweigung nicht so schnell ändern. Knapp zwei Kilometer verläuft der Forstweg entlang des östlichen Berghanges kontinuierlich steil bergan durch den schattigen Wald, ehe wir in das freie Almgebiet der Untersteilenalm (1200m) gelangen, eine landwirtschaftlich genutzte Alm die rechts den Hang hinauf zu erkennen ist. Weitere schweißtreibende eineinhalb Kilometer verläuft der Schotterweg mit stellenweise unangenehm steilem Anstieg und einem nicht sehr vorteilhaften Kiesuntergrund hinauf durch die sich immer mehr öffnende alpine Landschaft bis hinauf zur Schellenbergalm (1320m).
Die idyllisch liegende Alm mit perfektem Blick auf den in naher Ferne liegenden Wendelstein (1838m) lässt das ächzende Mountainbiker-Herz nach der kräftezehrenden Auffahrt höher schlagen und lädt zu einer entspannenden und aussichtsreichen Rast ein. Auch wenn es von der Schellenbergalm (1320m) nur noch circa fünfhundert Meter bis zum Ufer des Soinsees (1458m) sind, so gilt es doch in dieser kurzen Distanz mehr als einhundert Höhenmeter zu überwinden - eine kurze Verschnaufpause lohnt sich daher an dieser Stelle allemal. Spitzenwerte von knapp unter dreißig Prozent Steigung erwarten einen auf dem letzten Stück hinauf zum türkisblauen Bergsee am Fuße der Ruchenköpfe (1805m) und wer in dieser Passage einmal aus dem Tritt kommt und vom Bike absteigt, wird den Rest vermutlich schiebend hinter sich bringen müssen. Rechter Hand eine schroffe Felswand, zur Linken der ungehinderte Blick über das Tal sind wir nur noch wenige Meter entfernt der Soinsee (1458m).
Eine gelungene Abkühlung bietet der durch Gletschereis entstandene und bis zu neuneinhalb Meter tiefe Bergsee nach der beschwerlichen Auffahrt so manchem, wir folgen der Forststraße aber vorerst rechts entlang des idyllischen Seeufers weiter und vorbei an den Ruchenköpfen (1805m) in das Hochtal, umschlossen von Hochmiesing (1882m), Rotwand (1884m) und Auerspitz (1810m). Der Weg führt uns flach am Talgrund entlang bis zur Großtiefentalalm (1500m), die das Ende der befahrbaren Strecke zu markieren scheint. Der Panoramablick von der Alm auf die umliegenden Felshänge und Gipfel ist den kleinen Abstecher definitiv wert und wer möchte, kann von dort aus sogar weiter in Richtung Rotwandhaus (1737m) oder Taubensteinhaus (1567m) wandern (Tragen des Bikes nötig). Der Rückweg hinunter nach Geitau erfolgt entlang der bereits bekannten Strecke vorbei am Soinsee (1458m) und der Schellenbergalm (1320m) hinunter ins Tal. Zurück im Dorf bietet sich mit dem Gasthaus-Pension Aiplspitz (787m) oder dem Postgasthof Rote Wand (779m) noch die ein oder andere abschließende Einkehrmöglichkeit zum gemütlichen Tour-Ausklang an.