Wir folgen der geteerten und für Kraftfahrzeuge in der Regel gesperrten Dürrachstraße von Fall aus geradewegs und nahezu ebenerdig für etwa eineinhalb Kilometer in den Wald hinein zu einer Abzweigung, an welcher wir rechts weiterfahren. Die darauffolgenden sieben Kilometer verläuft die Strecke ohne großartige Steigungen weiter bis wir am Anfang des Bächentals die Grenze zu Österreich überqueren. Ein altes Grenzhaus zeugt noch von der Zeit vor Öffnung der Binnengrenzen europäischer Mitgliedsstaaten. Dort mündet dann auch die Teerstraße in einen gut befahrbaren Forstweg.
Nicht einmal einen Kilometer weiter stoßen wir auf das alte Forsthaus Aquila (919m), das seit einigen Jahren als Jausenstation dient. Bei dieser Tour lohnt sich eine Einkehr aber wohl erst auf dem Rückweg, die bisherige Teilstrecke ringt einem nur wenige Schweißtropfen ab. Daher lassen wir die Jausenstation sprichwörtlich links liegen. Wir treffen alsbald auf eine Weggabelung, die man nicht unbeachtet lassen sollte. Dort nämlich biegen wir, vorbei an der Scheune, zu unserer linken ein und stellen erstmals fest, dass der Weg langsam bergauf verläuft und die bisher gemütliche Fahrt stetig anspruchsvoller wird. Etwa eineinhalb Kilometer geht es bei bis zu fünfzehn Prozent Steigung hinauf und wir gewinnen die ersten, wirklich erarbeiteten Höhenmeter. Am Ende der Passage folgen wir der linken Abzweigung, die uns ein gutes Stück weiter vorne zu einer weiteren Verzweigung führt. Der bislang dichte Bergwald wird nun zunehmend lichter und wir können ein paar ersten Blicke in die Ferne erhaschen. An der besagten Abzweigung halten wir uns rechts, treten weitere eineinhalb Kilometer hinauf und folgen dort dem Weg zu unserer linken, welcher uns vorbei an kleineren Abhängen über die Zotenalm Mittelleger (1296m) um den Raberskopf (1383m) herum stets bergauf lenkt.
Von besagter Alm, die ausschließlich landwirtschaftlich genutzt wird, sind es noch knappe drei Kilometer und gute zweihundert Höhenmeter Anstieg entlang des Hauptweges bis hinauf zur Rotwandalm (1525m), dem Ziel unserer Tour - die immer mal wieder abzweigenden bzw. einmündenden kleinen Wege lassen wir unbeachtet. Kurz vor der sich rechts neben dem Weg befindenden Baieralm lösen großflächige Almwiesen langsam den Bergwald ab. Die Aussicht wird von nun an immer besser, oben am Sattel lassen sich die grünen Hänge rund um den Juifen und die umliegenden Berge des Karwendels bestens überblicken. Die dort befindliche Rotwandalm ist in den Sommermonaten am Wochenende bewirtet und lädt bei passenden Wetterverhältnissen schließlich zur gemütlichen Rast mit großartigem Bergblick ein, bevor es wieder hinunter ins Tal geht.