Vom Parkplatz 2 in Scharnitz fahren wir der Beschilderung entsprechend in Richtung Karwendeltal. Gleich zu Beginn wird ersichtlich - die auf dem Weg liegende Larchetalm (1173m) ist nicht mehr bewirtet, damit fehlt die einzige Möglichkeit zur Zwischenrast auf dieser Tour. Wir lassen uns davon aber nicht beirren und folgen der geteerten Straße ein kurzes Stück weit hinauf und biegen alsbald rechter Hand in eine Kiesstraße ein. Mit etwa zehn Prozent führt der Weg uns etwa eineinhalb Kilometer hinauf, bevor die Steigung langsam nachlässt. Hin und wieder erhaschen wir ein paar kurze Blicke hinab auf die Isar, welche durch das parallel verlaufende Hinterautal fließt. Weiter geht es durch das anfänglich lichte Waldstück, bis wir nach etwa zwei weiteren Kilometern zum Fuße der Brunnensteinspitze (2180m) gelangen. Nahe der schroffen Felswand lichtet sich der Bergwald immer mehr und es eröffnet sich uns ein erster Blick auf den Eingang des Karwendeltals, umrahmt von den Gipfeln der Brunnensteingruppe zur Linken und der Pleisenspitze (2569m) zur Rechten.
Von nun an führt der Weg entlang des Karwendelbaches, dessen glasklares Gebirgswasser sich den Weg durchs Tal bahnt. Das sich langsam ausdehnende Karwendeltal zeigt sich immer mehr von seiner besten Seite - wilde Bachläufe, imposante Felsformationen und die bezaubernde Vegetation des Hochtals begleiten uns circa vier Kilometer mit kaum spürbarer Steigung bis zur Larchetalm (1173m). Einst konnte man hier eine kleine Zwischenrast einlegen und sich bei Brotzeit und kalten Getränken erholen, im Moment ist die Alm jedoch unbewirtet. Der von weitläufigen Almwiesen umgebene, gut befahrbare Weg wendet sich langsam aber sicher in Richtung Osten und damit tiefer hinein ins Karwendeltal. Weiter geht es vorbei an der privat genutzten Angeralm (1305m) durch das Tal. In der Ferne erblicken wir das Karwendelhaus (1771m), das sich einem Adlerhorst gleich an das Massiv der Birkkarspitze (2749m) schmiegt. Bevor wir uns aber an das letzte Drittel der Tour machen, erlauben wir uns einen kurzen Blick zurück und können an der endlos scheinenden Gebirgskette ansatzweise erahnen, wie weit wir nun bereits ins Karwendeltal eingefahren sind.
Etwa einen Kilometer hinter der Angeralm beginnt die Auffahrt zum Hochalmsattel. Die durchschnittlich zehn Prozent sind im Verhältnis zu anderen Biketouren im Karwendel eigentlich kaum der Rede wert, nach vielen Kilometern des leichten Anstiegs ist der Kondition aber ein geringer Grad der Erschöpfung anzumerken und so ziehen sich die letzten Kurven hinauf ein wenig. Passagen mit freier Sicht auf das langsam näher rückende Karwendelhaus wechseln sich ab mit kurzen Fahrten durch Waldstücke. Eines haben diese jedoch gemeinsam - der Weg führt kontinuierlich bergauf. Wir erreichen den Hochalmsattel am Fuße der Östlichen Karwendelspitze (2537m) und passieren ein Weidetor. Dahinter eröffet sich uns die großflächige Almweide der Hochalm (1704m) mit Kapelle, deren malerische Lage wahrlich zu beneiden ist. Einen knappen Kilometer weiter folgen wir dem Weg entlang einer Rechtskehre. Der von der Kehre verzweigende Weg führt hinunter zum kleinen Ahornboden, über welchen man ein weiteres Topziel im Karwendel, die Falkenhütte (1848m), erreicht. Die letzten Meter führen uns nahezu ebenerdig voran und so erreichen wir alsbald mit dem Karwendelhaus das Ziel dieser Tour.