Vom Parkplatz aus folgen wir der Teerstraße weiter und überqueren wenige Meter später die Brücke über den Arzbach. Am gegenüberliegenden Ufer fahren biegen wir rechts ab und fahren tiefer ins Längental hinein. Zügig treten wir durch das bewaldete und damit schattig-kühle Tal, durch welches sich der Arzbach parallel zur Straße verlaufend windet. Etwa eineinhalb Kilometer und nur wenige Höhenmeter später passieren wir die zweite Parkmöglichkeit im Längental und gelangen anschließend an eine zweite Brücke. Bis hierhin konnte man kaum von Anstrengung sprechen und so mancher könnte auf falsche Gedanken kommen. Doch wir sehen uns nun einer plötzlich stark ansteigenden Rampe gegenüber, einer gekiesten Forststraße der wir steil bergan folgen. Es erwarten uns anschließend bis zu zwanzig Prozent Steigung, weshalb sich die anfangs noch so einfach wirkende Bike-Tour tatsächlich als abwechslungsreiche und teilweise beschwerliche Route entpuppt. Und so führt uns auch der darauffolgende Kilometer kurvenreich und mit einer durchschnittlichen Steigung von rund fünfzehn Prozent fordernd durch den Bergwald hinauf, bis wir zu einer Weggabelung gelangen.
Würden wir uns am Wegedreieck unterhalb des Klausenkopfes (1151m) nun links halten, würde der Forstweg uns über die Kirchsteinhütte (1005m) zur Hinteren Längentalalm (1035m) führen. Stattdessen aber fahren wir weiter geradeaus und folgen der Beschilderung in Richtung Neulandhütte und Tutzinger Hütte. Der Weg führt nun etwas aus dem Wald heraus und wir tangieren eine weitläufige Lichtung, die uns nach einiger Zeit im Schatten des Waldes nun die ersten Sonnenstrahlen beschert. Nach nicht einmal dreihundert Metern finden wir uns allerdings erneut im dichten Bergwald wieder und fahren noch rund einen halben Kilometer voran bis zu einer weiteren Lichtung, an der sich der Weg erneut teilt.
Auf Höhe der Baunköpflalm (1008m), die wir etwas abseits des Weges zu unserer Rechten erkennen können, biegen wir der Beschilderung folgend nach links in Richtung Neulandhütte ein. Zunächst führt uns der Wirtschaftsweg am Waldrand entlang, im weiteren Verlauf dann direkt durch das Almgebiet rund um die Dudlalm (1007m). Ein wahrlich beschauliches, ruhiges und idyllisches Fleckchen Natur das sich bestens dafür eignet noch einmal seine Reserven aufzuladen, bevor es in den anspruchsvollsten Teil dieser Tour geht. Denn was nach der sonnigen Almwiese wartet, bringt so manchen Mountainbiker womöglich an seine Grenzen.
Wir fahren anschließend wieder in den Wald ein und bemerken schnell, dass der Weg unmittelbar anzusteigen beginnt. Es folgt ein rund einen Kilometer langes, steiles Teilstück. Durchschnittlich knapp zwanzig Prozent sind allerhand, insbesondere wenn der teilweise schottrige Untergrund die Auffahrt zunehmend erschwert und einiges an Koordination und Gleichgewicht fordert. Doch auch wer absteigt und den Rest der beschwerlichen Passage hinauf schiebt, wird oben angekommen schließlich für die Strapazen belohnt. Vom Waldesrand bis zur Neulandhütte (1244m), sind es anschließend nur mehr knapp dreihundert Meter.
Die unbewirtete Selbstversorgerhütte der Sektion Neuland des Deutschen Alpenvereins liegt etwas hinterhalb des grasbewachsenen Aussichtshügels inmitten des Almgebiets rund um die etwas südlich gelegene, ebenfalls nicht bewirtete Längenbergalm (1210m). Am westlichen Ende des kleinen Hügels entdecken wir ein steinernes Denkmal, welches den Verstorbenen und Gefallenen der Sektion Neuland gewidmet ist. Vom "Bankerl" nebenan bietet sich ein einmaliger Blick auf die Benediktenwand (1801m) im Südwesten, sowie auf die vorgelagerte Probstenwand (1614m) und über die steinernen Gebilde der Achselköpfe (1709m) und des Latschenkopfes (1670m) bis hin zum Brauneck (1555m) im Südosten.
Aufgrund der fehlenden Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke ist selbst an sonnenverwöhnten Wochenenden mit nicht zu viel Verkehr zu rechnen und so genießen wir ausgiebig das Bergpanorama, ehe es über den Anfahrtsweg wieder hinunter ins Tal geht. Bei der Rückfahrt bietet sich je nach Lust und Laune noch ein Abstecher zur Kirchsteinhütte an (1005m), jedoch ist dort insbesondere während der Mittagszeit mit ordentlich Andrang zu rechnen.