Vom Ort Lüsen kommend (oder alternativ von der kleinen Parkgelegenheit am Straßenrand, wie beschrieben) folgen wir der Lüsnerstraße talwärts bis in einer Kehre ebenfalls links der Straße eine unscheinbare Einfahrt auftaucht, die am Rindlerbach in den Wald führt. Anschließend beginnt eine nicht enden wollende Auffahrt durch den dichten Bergwald. Mehr als acht Kilometer und über eintausend Höhenmeter gilt es zu bewältigen. Kehre um Kehre, kräftezehrend und ohne große Ausblicke kurbeln wir schließlich empor. Nur vereinzelt finden wir Schilder die in Richtung Nivenol oder Ackerboden zeigen.
Erst, als an einer Weggabelung die Wegweiser Nivenol und Ackerboden in unterschiedliche Richtungen zeigen, ist der mühsame Aufstieg für den Moment geschafft! Während der Weg von links aus Richtung Kaserbachtal und Malga Nivenol (1584m) kommt, folgen wir der Beschilderung fortan weiter gen Ackerboden. Der bis hierhin so gut beschaffene Forstweg wird im weiteren Verlauf deutlich schlechter. Stellenweise ist der Untergrund bereits so vergrast, dass nur noch eine schmale Spur zu erkennen ist. Auch wenn es wirkt als hätte man sich verfahren, wir bleiben auf der Route und erreichen so nach kurzem Auf und nachfolgendem Ab die von einer freien Almwiese umfasste Blaueralm (1713m).
Ein kurzer Anstieg noch und schon verlassen wir den Wald am Eingang zum Gelände der bewirteten Ackerbodenalm (1757m). Wer für die Rast ein ruhiges Plätzchen sucht, ist hier gewiss gut aufgehoben!
Nur etwa dreihundert Meter weiter, geht es links hinauf in Richtung Plosebühel (2275m). Eine breite Forststraße bringt uns nach weiteren dreieinhalb Kilometern und rund vierhundert Höhenmetern geradewegs zum Ziel unserer Tour, der bewirteten Ochsenalm (2085m). Bereits bei der Auffahrt werden die Ausblicke auf das tief unter uns gelegene Eisacktal, die dahinter liegenden Gipfel der Sarntaler Alpen sowie die Flanken des Monte Telegrafo (2486m) vor uns häufiger und imposanter. Doch spätestens als wir die steilen Rampen hinauf zur Ochsenalm hinter uns gelassen haben und oberhalb der Baumgrenze angekommen plötzlich auch Brixen in seinem vollen Umfang erblicken können, ist das Ziel zweifelsohne erreicht.
Die Ochsenalm liegt einsam am Westhang unterhalb des Plosebühels, ist jedoch aufgrund der Erreichbarkeit von der Plosehütte (2446m) über den Brixner Höhenweg nach Norden mit Querung der Plosescharte (2219m) ein vor allem bei Wanderern gut besuchtes Ausflugsziel. Der Ausblick von der Sonnenterrasse reicht bei gutem Wetter tief hinein in die Ötztaler Alpen im Westen sowie über Bozen hinweg in das südlich gelegene Etschtal. Wenn auch die ersten, schweißtreibenden Kilometer durch den dichten Wald kaum Möglichkeiten der Fernsicht geboten haben, ist man hier oben tatsächlich damit gesegnet. Ein schönes Plätzchen um zu verweilen!
Für den Rückweg hinunter nach Lüsen folgen wir der bekannten Route. Alternativ könnte an der vorhin genannten, beschilderten Abzweigung über die Nivenol Alm in das steile Kaserbachtal abgefahren werden über welches man ebenfalls zurück nach Lüsen gelangt.