Wir starten am Parkplatz im Winnebachtal und folgen dem Wanderweg 23 taleinwärts nach Norden. Dieser verläuft parallel zum Winnebach. Nach rund anderthalb Kilometern passieren wir die Abzweigung zur bewirteten Astner Bergalm (1640m), die mit ihrer großzügigen Sonnenterrasse zur Einkehr lockt. Leider viel zu früh, sind wir ja gerade erst losgefahren.
Der Fahrweg bringt uns zunächst moderat bergan und windet sich im weiteren Verlauf steiler werdend den Hang hinauf. Je höher wir gelangen, desto ruppiger wird der Untergrund und auch die hölzernen Rinnen tun ihr Übriges, damit so manch kurze Rampe dann doch schon etwas Kraft erfordert.
Wir gelangen nach circa drei Kilometern und knapp fünfhundert Höhenmetern seit Beginn der Tour zu einer alleinstehenden Hütte mit Wendeplatz. Spätestens jetzt ist der fahrbare Abschnitt der Tour zweifelsohne vorbei. Ab hier heißt es zu Fuß weiter! Wir entscheiden uns, die Bikes zu tragen um bei der Abfahrt die ein oder andere Passage auf dem Mountainbike bewältigen zu können. Ob sich dieser Mehraufwand lohnt hängt nicht zuletzt vom eigenen Fahrkönnen ab, denn der bevorstehende Wanderweg ist bergab teils anspruchsvoll zu fahren. Daher unser Tipp: Mountainbike stehen lassen, gut absperren und per Pedes weiter!
Der steinige, teils steile Steig führt uns am Talschluss neben dem tosenden Tiefrastenbach Meter um Meter bergauf bis wir schließlich am Tiefrastenhüttl (2028m) angekommen durch einen Holzzaun schlüpfen und sich vor uns das, von schroffen Gipfeln umsäumte Hochtal von seiner eindrucksvollen Seite präsentiert. Inmitten der Pfunderer Berge wandern wir, den Wegweisern folgend, tiefer und tiefer in die Bergwelt hinein. Wo anfangs noch grüne Bergvegetation war wird es oberhalb der Baumgrenze mit jedem Meter nur noch felsiger. Und so geht es für uns kontinuierlich über Stock und Stein hinauf. Dann endlich erblicken wir in der Ferne die Landesfahne Südtirols, welche hinter einer Erhebung in den Himmel ragt und uns die Position der Hütte markiert.
Als sich der Wandersteig in einem Bogen rechts am Hang entlang windet entdecken wir nun auch das Schutzhaus Tiefrastenhütte (2312m), welche wir schließlich nach zwei Kilometern und vierhundert Höhenmetern zu Fuß erreichen.
Die Hütte mitsamt kleinem Bergsee liegt am Pfunderer Höhenweg, einer beliebten Wanderroute und Anlaufstelle so mancher Wanderer während mehrtägiger Touren. Als Mountainbiker sind wir eher eine Seltenheit, werden dennoch herzlichst empfangen und bestens verköstigt. Überregional bekannt ist die Küche für die Kaspressknödel. Perfekte Bedingungen also, um nach dem Bike & Hike eine ausgiebige Rast einzulegen, ehe es auf selbiger Route wieder hinab ins Tal und zum Ausgangspunkt dieser Tour geht.