Unmittelbar am Parkplatz führt uns die Johannesbrücke über den Rißbach in die Karwendelauen. Eine Beschilderung deutet klar darauf hin, mit dem Mountainbike den linken Weg einzuschlagen und so folgen wir diesem für einige hundert Meter ohne nennenswerten Anstieg entgegen der Fließrichtung des Baches. Als die Steigung zunimmt teilt sich auch der Weg. Wir halten uns rechts und gewinnen während des darauffolgenden Kilometers zügig an Höhe. Entlang einer Rechtskurve dreht die Richtung schließlich wieder nach Westen und wir fahren nach dem ersten Anstieg plötzlich wieder bergab hinunter ins Tal des Johannesbachs.
Anschließend folgen wir dem gut ausgebauten Kiesweg tief hinein ins weit ausgeschnittene Johannestal zwischen Rißer Falk (2413m) und Laliderer Falk (2427m) im Osten sowie dem Stuhlkopf (2049m) im Westen. Zumeist nahe des rauschenden Bachlaufs führt der Weg uns zügig voran. Die anfänglich dichte Bewaldung öffnet sich mit jedem Kilometer etwas weiter und lässt schließlich bereits nach kurzer Zeit erste Blicke auf die imposanten Gipfel rund um Kaltwasserkarspitze (2733m), Moserkarspitze (2533m) und Lalidererspitze (2584m) zu. Wer sich bei strahlendem Sonnenschein vom Anblick dieser mächtigen Felswände und schroffen Gipfel ablenken lässt, wird die teilweise bis zu 12 Prozent Steigung messende Weiterfahrt wohl kaum noch wahrnehmen. Nachdem wir dem Johannesbach nun rund fünf Kilometer gefolgt sind, gelangen wir eine beschilderte T-Kreuzung. Während der Weg nach links über die Ladiz-Alpe (1588m) hinauf zur Falkenhütte (1850m) führt, zweigt der Weg rechts weiter in Richtung Karwendelhaus (1771m) ab.
Wir halten uns somit rechts und folgen der Forststraße über ein paar Kurven hinweg bergauf bis wir nach circa einem Kilometer den Eingang zum kleinen Ahornboden erreichen. Der mit alten Berg-Ahornbeständen bewachsene Almboden unterhalb der steil abfallenden Nordwände der Hinterautal-Vomper-Kette gilt als ein landschaftliches Kleinod im Alpenpark Karwendel und lädt zur kurzen Rast inmitten der idyllischen Natur ein. Ein dort befindliches Denkmal zu Ehren Hermann von Barth's erinnert an den Bergsteiger und Erschließer des Karwendels, der 1870 im Alleingang insgesamt 88 Gipfel des Karwendelgebirges bestieg - alleine zwölf davon erstmals.
An der Weggabelung direkt neben dem privat genutzten Pürschhaus (1399m) sehen wir uns nun drei möglichen Richtungen gegenüber. Der Weg links vorbei am Denkmal führt in Richtung Falkenhütte (1850m). Der Weg rechts an den Hütten vorbei führt über das Untere Filztal hinauf auf den Hochalmsattel in Richtung Karwendelhaus (1771m), wird jedoch schon nach kurzer Zeit zu einem Steig und ist somit für die Fahrt mit dem Mountainbike ungeeignet. Und so folgen wir also dem Weg geradeaus über den kleinen Ahornboden hinweg auf die Felswände zu, der durch einen Wegweiser zudem als Mountainbike-Strecke ausgewiesen ist. Wir verlassen nach nur wenigen hundert Metern den Almboden und bewegen uns schnurstracks auf die Ausläufer der Kaltwasserkarspitze (2733m) zu. Nach und nach verschlechtert sich die Beschaffenheit des Fahrweges, der sich nachfolgend rund zwei Kilometer weit den Hang hinauf schlängelt. Rund zehn Prozent Steigung, grober Schotter und eine relativ schmale Straße erschweren die Auffahrt. Insbesondere in den vielen engen und unübersichtlichen Kurven ist sowohl bei der Auffahrt, als auch der anschließenden Abfahrt Vorsicht geboten. Insbesondere bei gutem Wetter ist diese Strecke gut und gern befahren, daher sollte man stets auf Gegenverkehr eingestellt und bremsbereit sein.
Circa drei Kilometer verläuft die Schotterstraße weiter entlang der Ausläufer des Schlauchkarkopfes (2500m) bergauf durch die sich langsam wandelnde Landschaft. Weitläufige, von Geröll durchzogene Wiesenhänge lösen die zuvor dichten Latschenfelder ab und offenbart uns die karge Schönheit der alpinen Natur. Den höchsten Punkt der Tour und zudem den Übergang ins Karwendeltal markiert das Jochkreuz des Hochalmsattels (1803m). Von dort aus folgen wir dem Weg etwa dreihundert Meter bergab bis zu einer Verzweigung und anschließend in gerader Richtung noch rund vierhundert Meter bis zum Karwendelhaus (1771m) am Fuße der Birkkarspitze (2749m). Einem Adlerhost gleich schmiegt sich das Karwendelhaus an die Felswand und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die nördliche Karwendelkette und das tief eingeschnittene Karwendeltal, durch welches man das Karwendelhaus von Scharnitz aus erreicht. Nach einer ausgiebigen Rast führt uns die von der Auffahrt bekannte Route schließlich auch wieder hinunter zum kleinen Ahornboden und durch das Johannestal bis zurück zum Ausgangspunkt der Tour nahe Hinterriß.