Entlang der Dürrach führt uns die Teerstraße schnellen Trittes von Fall in südlicher Richtung hinein ins Bächental. Wir passieren dabei die ehemalige deutsch-österreichische Grenzstation und fahren vorbei an der Jausenstation Aquila (919m), der einzigen Einkehrmöglichkeit auf dieser Tour, welche wir zum Ende hin erst anfahren werden. Nach insgesamt circa neun Kilometern mit leichtem Anstieg biegen wir links hinter einer kleinen Hütte in einen Forstweg ein, der uns den Berg hinaufführt. Nach etwa einem halben Kilometer nimmt die Steigung drastisch zu. Auf den darauffolgenden Kilometern muss teilweise mit bis über zwanzig Prozent Neigung gerechnet werden. Da die Möglichkeiten für eine Verschnaufpause nicht viel mehr als seltene Vergnügen sind, sollte man seine Kräftereserven möglichst behutsam einteilen. Stets dem Weg bergan folgend, fahren wir vorbei an schroffen Felswänden zu unserer Rechten und lassen uns durch den zumeist freien Blick nach Links auf die umliegenden, grasbewachsenen Gipfel von Raberskopf (1383m) und Juifen (1987m) ablenken.
Kurz nach einer Weggabelung, welcher wir nach rechts gefolgt sind, wendet sich die Forststraße in Richtung Süden. Etwa eineinhalb Kilometer später erreichen wir die Lochalm-Mitterleger (1432m). Von hier verzweigt ein Weg nach links weiter hinauf zu Tiefenbachalm (1602m) und Lochalm-Hochleger (1628m). Mit Marbichler Spitze (1898m), Kafell (1906m) und Rether Kopf (1926m) im Blick erreicht man auf diesem Weg das wunderbar gelegene Almgebiet rund um die Tiefenbachalm (1602m) und die Lochalm-Hochleger (1628m). Vom kleinen Gipfelkreuz aus genießen wir den ausgezeichneten Fernblick über die unzähligen Berggipfel des Karwendelgebirges und erholen uns von der beschwerlichen Auffahrt. ehe wir die Rückfahrt hinunter zur Abzweigung nahe der Lochalm-Mitterleger (1432m) antreten.
Wer sich diesen etwa zweihundert Höhenmeter verzeichnenden Abstecher sparen möchte, kann Tiefenbachalm (1602m) und Lochalm-Hochleger (1628m) sprichwörtlich links liegen lassen und stattdessen rechts an den Hütten der Lochalm-Mitterleger (1432m) vorbei geradeaus weiterfahren und dem Weg in südlicher Richtung bergab folgen.
Kurz bevor wir die Tiefenbachalm-Mitterleger (1320m) erreichen gilt es, eine weitere nur knapp einen Kilometer lange Anstiegspassage zu überwinden. Nahe der Alm führt ein Weg nach links hin zur Ölschiefer-Fangomühle der Tiroler Steinölwerke. Da Unbefugten das Betreten des Bergbaugebietes ohnehin untersagt ist, lohnt sich ein Abstecher dorthin jedoch nicht. Entlang der beeindruckenden Ausläufer von Zunterspitze (1923m) und Schreckenspitze (2022m) führt uns der Forstweg rasch hinab ins Tal. Einige Male überqueren wir dabei den Tannauerbach, lassen die vereinzelt von der Forststraße abzweigenden Wege unbeachtet und erreichen so nach knapp sieben Kilometern Genussabfahrt durch die idyllische Alpenlandschaft den Bächental-Wasserspeicher. Von dort sind es nun nicht einmal mehr zwei Kilometer entlang der Dürrach durch das Bächental und wir erreichen die Abzweigung, an welcher wir zu Beginn der Tour den Berg hinauf gefahren sind und etwas weiter schließlich die Jausenstation Aquila (919m). Nach der anspruchsvollen Tour kommt uns diese Einkehrmöglichkeit nun mehr als gelegen, bevor es entlang der Dürrachstraße zurück zum Parkplatz nach Fall geht.
Die aufgrund der langen und relativ steilen Auffahrt recht beschwerliche Tour lässt sich auch in umgekehrter Richtung fahren und überzeugt auf diese Weise durch ein konditionell etwas weniger anspruchsvolles Tourenprofil. Doch auch die Bächental-Rundtour gegen den Uhrzeigersinn sollte in keinster Weise unterschätzt werden, das verraten die Gesamtdistanz sowie die zurückzulegenden Höhenmeter.