Wir steigen auf unsere Mountainbikes und treten, ausgehend vom großen Wanderparkplatz am Eingang in die Karwendeltäler bei Scharnitz, in östlicher Richtung auf der geteerten Straße durch das Wohngebiet. Nach den ersten fünfhundert Metern erblicken wir linker Hand eine hölzerne Informationstafel. Würde man hier links in Richtung Karwendeltal abbiegen, käme man zum bekannten Karwendelhaus (1771m). Nachdem wir uns an der Tafel schlau gemacht haben, ob die Möslalm geöffnet ist, halten wir uns zunächst weiter geradeaus in Richtung Hinterautal und Gleirschtal.
Rund eineinhalb Kilometer später geht es leicht bergauf. Vorbei an der Abzweigung zur Pleisenhütte (1757m) unterhalb der Pleisenspitze (2569m)& bleiben wir auf dem Hauptweg der uns am Gasthof Wiesenhof (1036m) vorbeiführt und schließlich in den breiten, gut befahrbaren Wanderweg 221 mündet. Kleine Schilder mit dem Hinweis "MTB-Route Möslalm (579)" machen es fortan relativ leicht zu navigieren - selbst wenn man ohne Navigationsgerät oder Landkarte unterwegs ist.
Erneut geht es einen leichten Anstieg hinauf, dessen höchsten Punkt wir nach etwa eineinhalb Kilometern erreichen - die Gleirschhöhe (1069m). Ein weiteres mal verzweigt der Weg. Diesmal geht es links über das Hinterautal zu Isarursprung und Kastenalm (1220m) sowie weiter zu Hallerangerhaus (1768m) und Hallerangeralm (1771m). Doch auch dieser Option folgen wir nicht und so halten wir uns gemäß der Beschilderung halb rechts und fahren hinab in Richtung Gleirschtal. Bis wir unten, am Flußlauf der noch jungen Isar ankommen, verlieren wir rund fünfzig Meter an Höhe. Auf der gegenüberliegenden Talseite geht es jedoch wieder unmittelbar bergauf.
Haben wir den langen Anstieg hinter uns gebracht, finden wir uns etwa einhundert Höhenmeter weiter oben auf einer ausgedehnten und flachen Teilstrecke die sich nicht nur zum Verschnaufen anbietet, sondern uns mit eindrucksvollen Ausblicken tief hinunter in die Gleirschklamm überrascht. Mit dem "Krapfen" - wie der ein Kilometer lange Anstieg von der Isarbrücke hinauf zur Gleirschtalanhöhe genannt wird - haben wir im Übrigen auch bereits die größte Hürde dieser Tour genommen. Anschließend lassen wir es gemütlich rollen. Die Abzweigung zu unserer Rechten, die circa eineinhalb Kilometer später zur Oberbrunnalm (1523m) führt, ignorieren wir gekonnt und bleiben weiter geradeaus auf dem Fahrweg (579) in Richtung Möslalm.
Etwa drei Kilometer fahren wir anschließend ohne große Mühen durch das Gleirschtal in Richtung Süden und lassen uns dabei von den gelegentlich abzweigenden schmalen Wege und Straßen dank der guten Beschilderung der Route nicht irritieren. Erst kurz vor dem Forsthaus Amtssäge (1223m), das sich auf der gegenüberliegenden Seite des Gleirschbachs befindet, nimmt die Steigung wieder ein wenig zu und sorgt für neben der schönen Landschaft auch für eine kleine sportive Abwechslung, bevor wir lediglich einen Kilometer weiter bereits unser Ziel erreichen. Am Rande der weitläufigen Almwiese am Fuße der Gleirsch-Halltal-Kette gelegen, lädt die bewirtete Möslalm (1262m) zur entspannten Rast ein. Täglich frische Milchprodukte aus der eigenen Käserei sowie typische Hüttengerichte und kühle Getränke, dazu ein gemütlicher Platz auf der Sonnenterrasse - ein gelungener Höhepunkt dieser Tour.
Von der Möslalm aus geht es noch weiter hinein ins Karwendel, genauer gesagt bis zum Talschluss des Samertals und hinauf zur Pfeishütte (1922m). Die Weiterfahrt erfordert jedoch noch ordentlich Kraft und Zeit, weshalb sie nur mit E-Bike oder ausreichend Kondition zu empfehlen ist. Der Rückweg nach Scharnitz erfolgt über die von der Anfahrt bekannte Route.