Erlebnisbericht Transalp: Davos - Arosa (Tag 3)

Erlebnisbericht Transalp: Davos - Arosa (Tag 3)

Zügig geht es voran! Zumindest könnte man das meinen, wenn man bequem vor dem heimischen Bildschirm Kapitel um Kapitel aus dem Tour-Tagebuch von Alexander Stiegler liest und dabei im Nachgang sein diesjähriges Abenteuer Alpencross von Gaissach an den Comer See mitverfolgt.

Von Davos, das er am Ende des zweiten Tages seiner Alpenüberquerung erreicht hat, macht sich Alex nun auf in Richtung Arosa. Was er so alles erlebt hat, steht in Kapitel 3 seines Tagebuchs. Wir wünschen viel Spaß bei: "Abenteuer und Singletrails ohne Ende"

Nachdem ich am Morgen eine Apotheke gefunden und mir ein Mittel gegen meinen wunden Hintern besorgt hatte, nahm ich auch schon den Anstieg zum Strelapass in Angriff. Dieser gestaltete sich ziemlich steil. Was erschwerend hinzu kam war der lose, teilweise grobschottrige Untergrund. Ich freute mich über die neue SRAM "Eagle" 1x12 Schaltung, die ich mir zwei Wochen zuvor hatte einbauen lassen und mit der ich, hinten mit dem zusätzlichen 50er Kettenblatt eine so leichte Übersetzung hatte wie mit einer 2x10er Schaltung. Dies in Kombination mit dem Schwalbe "Fat Albert", welcher hinten ein Querprofil hat, ist bergauf einfach unschlagbar!

Dennoch brannte die Sonne unbarmherzig herunter. Auf halber Strecke zum Strelapass, an einem direkt an der Felswand entlangführenden Weg, bot sich mir ein grandioser Ausblick auf das Tal mit Davos, dem Davoser See und die umliegenden Berge. Nach einer kleinen Brücke dann kamen ein paar ausgesetzte Stellen, an denen es links ziemlich steil hinunterging. Dort stieg ich ab und schob. Kurz darauf erstreckte sich ein kilometerlanger Singletrail bis zum Strelapass auf 2350m Höhe. Ich orientierte mich kurz und setzte sofort nachdem ich ein paar Fotos geschossen hatte, meine Tour in Richtung "Tritt" fort.

Der "Tritt" ist eine steile, schmale Treppe, die direkt an die Felswand in einen Felsabbruch gebaut wurde. Wenn man oben steht und noch dazu ein Rad dabei hat, welches man am besten seitlich trägt, fängt man zunächst einmal an nachzudenken, ob man es denn wagen solle, denn auf der rechten Seite ging es senkrecht abwärts. Als ich mich jedoch Stufe für Stufe, mit der linken Hand am, an der Felswand montierten Drahtseil festhaltend, nach unten arbeitete bekam ich ein zunehmend sichereres Gefühl. Welches ich auf dem nachfolgenden Singletrail nicht hatte. Immer wieder ausgesetzte Stellen und heimtückische schmale Rinnen, an denen man sich das Schaltwerk anschlagen, oder mit den Pedalen hängenbleiben konnte. Ich passierte ein paar Almen und ein romantisches kleines Bergdörfchen mit lauter uralten Holzhütten.

Danach führte der Trail durch einen Wald und ab da machte er richtig Laune! Mal wurzelig, mal steinig. Mal flach, mal steil. Und... endlos! Ich weiß nicht, wie viele Tiefenmeter der Trail hinunter führte, aber es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Ganz unten führte er noch über einen malerischen Bach mit ein paar Holzbrücken und endete an einem kleinen Stausee unterhalb von Arosa. Dort packte ich an einer Bank erstmal meine Brotzeit aus, bevor ich die letzten 100hm nach Arosa hinauf kurbelte. Nach kurzer Suche hatte ich auch gleich ein Quartier gefunden, eine Art Jugendherberge. Ich bezahlte 57 Franken ÜF und bekam auch noch die Arosa "All inclusive Card" dazu, mit der man umsonst die Seilbahnen benutzen durfte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie schnell ich sie brauchen würde. Später dann, in der Abenddämmerung schwante es mir... denn Regenwolken zogen auf.

Alexander Stiegler, Gaissach
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