Zunächst gemächlich führt der Kiesweg vom Wanderparkplatz in nördlicher Richtung in den Bergwald hinein. Während vereinzelt Wege in beide Seiten verzweigen, halten wir uns geradewegs auf der gut ausgebauten Forststraße und folgen der Beschilderung zu Neureuth und Gindelalm. Der im Winter als Rodelweg genutzte Wirtschaftsweg beginnt etwa vierhundert Meter nach Beginn bereits anzusteigen. Nahe einer scharfen Rechtskehre nimmt die Steigung dann das erste Mal extrem zu. Und auch auf der darauffolgenden, etwa siebenhundert Meter langen Passage ist kaum an eine Besserung zu denken.
Nur Biker mit sehr guter Kondition und der nötigen Fahrtechnik werden hier die nötige Motivation haben und nicht bereits nach wenigen Minuten das Verlangen haben abzusteigen. Trotz der wirklich guten Bodenbeschaffenheit ist die Steigung nämlich nur sehr schwer zu bewältigen. Und an ein Verschnaufen ist entlang der Strecke durch den dichten Wald nur in den Kehren zu denken, da diese ein erneutes Aufsteigen vereinfachen. Etwa auf halber Strecke zwischen Parkplatz und dem Berggasthof Neureuth (1264m) fährt man dann schließlich dankend in ein etwa einhundert Meter langes, leicht abfallendes Teilstück ein. Gefolgt von etwa einhundertdreißig kräftezehrend steilen Höhenmetern sollte man hier nochmals seine Reserven mobilisieren ehe man sich ins "letzte Gefecht" begibt. Gegen Ende der Steigungsetappe lichtet sich der Schatten und die dicht aneinander stehenden Bäume des Waldes werden durch immer großzügiger werdende Wiesenflächen abgelöst.
Wir erreichen den Berggasthof Neureuth (1264m), eines der wohl bekanntesten Ausflugsziele rund um den Tegernsee. Auf der großzügigen Sonnenterrasse mit Seeblick und Weitsicht auf die, das Tegernseer Tal begrenzenden Berge erholen wir uns von den Strapazen der steilen Auffahrt. Vom Gasthof aus führt uns ein Forstweg nun nach Osten in Richtung Gindelalmen und den namensgebenden Gipfel, der Gindelalmschneid (1331m). Während selbst E-Biker bislang aufgrund von Steigung und/oder Kondition um jeden Meter bangen mussten, verläuft dieser Teil der Strecke jedoch nun gemütlich und nahezu ebenerdig. Zügig geht es nun entlang der letzten zweieinhalb Kilometer voran. Zuerst durch den Bergwald, gegen Ende dann über die angenehm weitläufige Almweide am Fuße der Gindelalmschneid (1331m) muss man im Bezug auf Anstieg oder Fahrtechnik keine Befürchtungen mehr haben. Einzig der ein oder andere Weidezaun stellt sich uns mitten in den Weg. Hat man diese Hürden schließlich auch überwunden, warten die drei benachbarten Gindelalmen (1242m) in herrlich idyllischer Almkulisse.
Der Rückweg zum Ausgangspunkt erfolgt über die von der Auffahrt bekannte Route. Aufgrund der kennengelernten Steigung möchten wir an dieser Stelle abschließend darauf hinweisen und vielmehr darum bitten, sich bei der Rückfahrt ins Tal entsprechend vorsichtig und vorausschauend zu verhalten.